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Luttenberger*Klug: Wenn Mädchenträume wahr werden!

Zusammen sind sie gerade einmal 35 Jahre alt, die beiden Mädels aus der Steiermark. Sie landen Hit auf Hit, haben gerade einmal ihr Debütalbum „Mach dich bereit“ auf dem Mark, treten in Deutschland vor Zehntausenden auf und sind die Überflieger in Österreich. Klar, dass das Debüt beim größten Open-air-Spektakel Europas etwas ganz Besonderes war: Gleich zwei Mal trat das Power-Duo beim Donauinselfest 2007 auf, zwei Mal vor begeisterten Massen. Was für ein „Super Sommer“ – auch wenn der Erfolgserstling bereits ein Jahr alt war...

Ein Jahr zuvor waren die beiden Mädels auch auf der Insel, allerdings inkognito im Publikum. 2007 standen sie dann oben, dort, wo sie immer schon hin wollten. „Beim Donauinselfest waren wir bisher immer nur zu Besuch und haben noch nie gespielt. Das war schon cool!“, grinst Blondie Michelle über beide Ohren nach den Erfolgsgigs. Und Chrissi erinnert sich an die Träume vom großen Auftritt: „Ich hab’ daran gedacht, dass unser Produzent ein Jahr zuvor gesagt hat: Und im nächsten Jahr spielts ihr selbst beim Donauinselfest. Wir waren öfters dort, einmal hatten wir durch Zufall sogar VIP-Karten. Da sind so viele Leute, es gibt eine Riesenbühne, das wär’ schon cool, dort aufzutreten. Es war extrem geil, und schon ein Highlight, was Auftritte angeht.“ „Als Unser Manager uns das gesagt... wir waren total überrascht!“, schwärmt Michelle noch heute. Trotzdem sind Luttenberger*Klug auch beim Heimspiel Vollprofis. Im Prinzip lief alles, wie bei jedem anderen Konzert. „Es waren keine anderen Vorbereitungen nötig, aber es ist dann etwas anderes, wenn man auf der Seite der Bühne steht, die Anmoderation hört, das Gekreische und das Geschrei. Es ist das Gefühl: Okay, da komm’ ich her, das ist meine Heimat“, bringt Chrissi das Hochgefühl auf den Punkt, „Es ist persönlicher, als in Deutschland vor zig Tausend Fans zu spielen. Ich reiß’ mich dann erst recht zusammen, weil ein Drittel der Zuschauer kennen mich ja persönlich. Man nimmt sich vor, dass man extrem Gas gibt und auch jene beeindrucken kann, die oft blöd reden.“

Showtime. Normaler Weise sind Luttenberger*Klug gewohnt im Scheinwerferlicht zu stehen. Doch das Heimspiel auf der Insel ist anders. „Es war besonders cool, dass wir als Hauptact spielen durften. Am Abend, um eine tolle Zeit, wo am Samstag die meisten Menschen auf der Insel sind. Das war ziemlich cool!“, freut sich Michelle noch Wochen danach. Und Chrissi verrät ein Detail, das eigentlich ein kleines Geheimnis ist: „Dass sich Ö3 wünschte, dass wir genau beim Feuerwerk ,Vergiss mich’ spielen sollten, was sich leider durch Verzögerungen nicht ausgegangen ist... ich fühl mich schon geehrt, dass sich ein Radiosender wünscht, dass man als Highlight des Abends angesetzt wird. Hallo? Ich bin ja nur die Chrissi...! Extrem cool!“

Nicht viele haben bemerkt, dass die beiden Shooting Stars auch privat auf der Insel unterwegs waren. Ganz ohne Starallüren und Zickerei. Chrissi: „Man nimmt sich mehr Zeit. Im Normalfall kommen wir erst am letzten Drücker zu den Shows, damit wir unsere Freizeit voll ausnutzen können. Was mach’ ich denn fünf Stunden am Venue? Beim DIF kann man sich cool die Zeit vertreiben. Michelle war am Freitag schon dort, den ganzen Tag lang, hat sich alles angeschaut. Das ist schon ein Unterschied zu den anderen Festivals. Dort kann man was unternehmen und ist in dieser Riesenmenge eigentlich anonym.“ Artisten, Rummel, Attraktionen – für Michelle ist das Donauinselfest auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. „Es ist so groß, du kannst überhall hingehen ohne Eintritt zu bezahlen. Da ist für jeden etwas dabei, für jenen Musikgeschmack.“

Chrissi legte sogar einen kurzen Zwischenstopp bei den Helfern des Arbeiter Samariter Bundes ein, wo sie natürlich erkannt wurde. Trotzdem gibt sie sich überrascht, dass sich der „Erste Hilfe Fall“ herumgesprochen hat. Die Insel ist eben auch nur ein Dorf – aber ein großes. „Woher weißt denn du das?“, ist sie beim Interview überrascht, und erklärt: „Mein Freund hatte am Vortag mit seiner Band gespielt und sich wieder seine linke Hand verletzt, die er sich schon öfters gebrochen hatte. Beim Gig hat er sich darauf aufgestützt, sie total überdehnt. Er musste ins Krankenhaus, wo aber nichts gemacht wurde. Ich hab ihn zu den Sanitätern geschickt, damit er sich wenigstens einen Verband machen lässt.“

Nicht immer ernteten die beiden Beifall. Michelle, die Jahre zuvor bereits beim „Kiddy Contest“ erste musikalische Gehversuche unternahm und bei einem Konzert ihre Partnerin in spe kennen lernte, bekam auch die dornigen Seiten des Erfolgs zu spüren. Neider, Schulterklopfer, falsche Freunde. „Das hat noch in der Schule begonnen“, erzählt die blonde Musikerin, „,Was wollts ihr zwei Tussis, ihr seids ja voll schiarch’, hab’ ich mir anhören müssen.“ Michelle nimmt es persönlich, lässt sich aber nichts anmerken, wenn andere motzen: „Sogar in der Fahrschule haben die anderen Schüler angefangen, das ganze Album durch zu singen und wollten mich damit ärgern. Die dachten sich, dass ich zu weinen anfangen werde. Ich hab’ dann ganz offensichtlich mit meinem Freund telefoniert und gemeint: Wow, die haben alle mein Album gekauft und auswendig gelernt! Daraufhin hat niemand mehr ein blödes Wort gesagt. Aber so was tut schon weh. Neidgenossenschaft gibt’s genug!“ Die beiden Stars unterstreichen: „Wir sind nicht drauf aus, etwas zu beweisen!“

Unterstützung kam, in jeder Phase der noch kurzen, aber mehr als nur viel versprechenden Karriere von Luttenberger*Klug, von den Eltern. Wo oft „Lern’ was g’scheits“ gesagt wird, gab es tatkräftigen Support, der nicht nur einmal ans Limit ging. „Unsere Eltern sind immer auf unserer Seite gewesen. Sie haben uns sogar ermutigt, dass wir eine Pause von der Schule machen und Musik spielen. So nach dem Motto: Die Schule können wir noch immer fertig machen, die Chance auf Musik haben wir gerade jetzt und wahrscheinlich nie wieder“, plaudert Chrissi aus der Vergangenheit. „Unsere Eltern sind überall mit uns hin gefahren. Was die an Kilometern abgespult haben! Wir wohnen ja eigentlich in der Steiermark, das Studio ist bei Wien, in Brunn am Gebirge. Wir sind in der Früh hingefahren, und am Abend wieder zurück. Natürlich mussten wir beide auch viel beisammen sein, obwohl wir in der Steiermark eine Stunde voneinander entfernt wohnen. Also unsere Eltern haben uns immer ohne Meckern rum gefahren.“

Auch wenn die beiden Konzerte beim DIF Höhepunkte in der bisherigen Karriere von Luttenberger*Klug waren, konnten die beiden Teenager ihre Freizeit nicht sofort danach genießen. Erst ein Monat nach dem Fest ging es in den wohlverdienten Urlaub. Getrennt wohlgemerkt. „Urlaub war dringend nötig, nach dem Dauerstress“, stöhnt Chrissi, „Ich war mit meinem Freund eine Woche in Italien, in Jesolo. Wir wollten eigentlich nur Party machen, sind aber dann den ganzen Tag am Strand gelegen und am Abend voll müde und von der Sonne aufgeheizt ins Bett gefallen und haben bis zehn Uhr vormittags geschlafen. Und dann wieder an den Strand. Einfach Zeit zu zweit verbringen, wo man nix tut. Ich hab den ganzen Urlaub lang mein Handy abgeschaltet und keine e-mails gecheckt.“ Nicht nur im Urlaub können die beiden Stars (noch) unerkannt ihre freien Stunden genießen, es funktioniert auch daheim. Understatement ist die Devise. Chrissi: „Wir selbst sind der Meinung, dass wir echt schon viel erreicht haben! Und wir sind auch stolz drauf! Wenn man Erfolg hat, kann man das auch zugeben. Das heißt nicht, dass wir uns wie Superstars vorkommen. Bei mir ist es ziemlich selten, dass mich wer hysterisch auf der Straße anspricht. Ich bin ja ziemlich normal geblieben. Wenn du ohne Kapperl und Sonnenbrille unterwegs bist, ganz öffentlich, ist’s für die Menschen nicht mehr so spannend, und keiner läuft dir nach. Ich bin nur die Chrissi, die eh jeden Tag da vorbei geht. Ich brauch’ mich nicht tarnen, und brauch’ nicht auf Star machen.“

Die Anonymität könnte schon bald vorbei sein, denn Luttenberger*Klug bereiten längst den nächsten Karriereschritt vor. „Im Winter gibt es wieder Auftritte und unsere erste eigene Tournee als Headliner mit knapp zwanzig Terminen“, freute sich Michelle, und Chrissi lässt hinter die Kulissen blicken: „Wir haben uns im Sommer nicht so sehr auf Deutschland konzentriert, weil wir merkten, dass jetzt die Chance in Österreich größer ist. Mit dem Erfolg hinter dir kannst du in Deutschland leichter weiter machen. Ich hab’ immer gedacht, dass du als Musiker bei uns nicht soviel machen kannst, aber es ist Wahnsinn was alles möglich ist! Wir waren bei jedem noch so kleinen Radiosender.... Wir sind zufrieden, so wie es läuft. Wir sind stolz, dass die Fans in Deutschland noch immer unsere Fans sind, regelmäßig schreiben und unsere Singles kaufen, auch wenn wir vor Ort gerade nicht so präsent sind. Da kann man gut drauf aufbauen und weiter arbeiten.“ Die beiden haben richtig was vor, der erste große Erfolgsschub gibt Kraft und Mut. „Jetzt geht es in Deutschland wieder los und wir versuchen, unsere Nachbarländer zu erobern, auch die Schweiz“. legt Michelle los und Chrissi ergänzt ihre musikalische Partnerin wie meistens perfekt: „Wir müssen auch mit dem zweiten Album anfangen, es gab schon erste Besprechungen. Ich möchte noch besser werden. Und mehr Lieder selbst schreiben, damit noch persönlichere Sachen drauf sind. Bei der ersten CD haben wir fast jedes Lied umgeschrieben, damit es zu uns passt. Das Erarbeiten des Albums, sagen zu können, wo man die Songs geschrieben hat – das ist was cooles, dort wollen wir hin. Es sollen einfach mehr eigene Sachen drauf sein! Und natürlich ist das Highlight die erste eigene Tournee, und die Frage, ob wir alle Hallen füllen können!“

Wenn nichts schief geht, dann wird man Luttenberger*Klug bei den nächsten Inselfesten wieder hören. An den Mädels soll es nicht scheitern. „Wir kommen wieder, garantiert!“, ist Michelle sicher. „Wir spielen überall gern, auch in einem Club, in den nur zwanzig Leute kommen“, zeigt sich Chrissi berufsbegeistert, „wir spielen einfach gerne live und es ist jedes Mal ein neues, besonderes Gefühl, wenn man die Fans mitreißen kann, wenn sie die Lieder mitsingen, mitklatschen. Du sagst: Hebt’s die Hand, und tausend Menschen machen das! Ich bin noch ein Bisschen überfahren, weil wir hatten noch keine Zeit, den Erfolg zu realisieren. Wir haben so viel Stress, sind von einem Auftritt zum nächsten gehetzt. Aber es ist schon überwältigend! Ich hab immer davon geträumt, und jetzt sind wir dort!“