
„Geht net, gibt’s net!“ - Multifunktionalität als Prinzip der Wiener Berufsfeuerwehr
Es war der Euromillionen-Lotto-Sechser mit Sechsfachjackpot – so bringt Oberbrandmeister Peter Eigl die Ereignisse des 24. Donauinselfests auf den Punkt. Strahlendes Wetter. Dann, am Donnerstag, Orkanböen und Gewitter, umgestürzte Bäume, zerfetzte Zelte. Dazu stürzt noch ein Baukran auf die Einsatzzentrale der Feuerwehr in der Inneren Stadt. Am Freitag, dem ersten Publikumstag, noch einmal das gleiche Szenario. Eine Einsatzbesprechung jagt die nächste, als vom Westen her bedrohliche Wolken ins Donautal ziehen. Schon im Normalfall ist jedes Inselfest ein Großeinsatz für die Wiener Berufsfeuerwehr, bei dem alle Kräfte benötigt werden. Für das Katastrophenszenario war man ebenfalls bestens gerüstet, und so kam beim beinahe „verblasenen“ DIF 2007 niemand zu Schaden. Es konnten zwei Millionen Menschen wieder beruhigt feiern!
Die 28 Dienstjahre bei der Wiener Feuerwehr merkt man ihm an: Peter Eigl ist die Ruhe in Person, und seit den 80er Jahren immer im Donauinseleinsatz. „Ich habe die Veranstaltung von klein auf miterlebt, bei jeder Witterung, bei Sonne, Regen oder Sturm“, lacht er. Knapp zwei Dutzend Feuerwehrmänner sind an den Tagen des Open-airs direkt vor Ort, das Hauptaugenmerk liegt auf einer zuverlässigen Planung für den Ernstfall. „Die Logistik muss stimmen“, bekräftigt Eigl, „wenn sie stimmt, ist ein gewisser Sicherheitsstandart gegeben. Die Kräfte vor Ort sind ja nicht mehr als ein Brückenkopf für nachfolgende Kräfte, die im Notfall anrücken.“ Auch bei der Feuerwehr beginnen die Vorbereitungen relativ früh: Der Personal- und Fahrzeugbedarf wird gecheckt, wie viele Boote werden gebraucht, wie sieht die Leitstelle aus, wie steht es um die Verpflegung. „Wir müssen auch einen Personalüberstand bei den Tauchern haben, zusätzliche Ressourcen werden für den Ernstfall zurück gehalten“, erklärt Eigl, dessen Männer schon viele „übermäßig erfrischte Personen“ in letzter Minute aus dem Wasser gezogen haben. Beim Feuerwerk steht eigens ein Fahrzeug bereit, auch die Flugshow ist ein neues Element, das die Feuerwehr beschäftigt: „Da sind wir dann vermehrt auf der Donau präsent.“ Sicher ist das DIF auf jeden Fall, denn „es sind ja genügend Kräfte da. Wir haben ein Taucherrüstfahrzeug im Bereich der Festinsel fix stationiert, dazu kommen noch Fahrzeuge und Boote zu Wasser und zu Land hinzu. Wir sind sofort mit irgendeinem Fahrzeug vor Ort!“
Einer von Eigls „besten Köpfen“ vor Ort ist Brandrat Ing. Johannes Högen, der vor allem für die Planung der Wasserrettung verantwortlich zeichnet. Selbstverständlich ist Högen selbst seit Jahren im Dienst, wenn das Inselfest über die Bühnen geht. „Die Schwerpunkte liegen hauptsächlich bei den Wasserrettungseinsätzen. Es sind doch viele Personen auf der Insel, und da kann es sehr leicht passieren, dass jemand ins Wasser fällt“, umreißt er die Aufgabenstellung, „der zweite Punkt ist natürlich die Hilfeleistungen bei Bränden, wobei hier in gewissen Bereichen Feuerlöscher stationiert und die jeweiligen Standmieter geschult sind. Das funktioniert in der Praxis ganz gut, und wir hatten seit dem ersten Donauinselfest keinen größeren Brand. Es ist nie etwas Dramatisches passiert. Wir müssen auch technische Hilfeleistungen stellen, wenn etwas umstürzt. Da hatten wir einen Werbeturm, der durch den Sturm auf einen Feuerwehrmann gestürzt ist. Der Kollege musste dann mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Für den 33jährigen Oberfeuerwehrmann Johann Strasser ist das DIF ebenfalls ein Fixpunkt. Vorausschauend hat man bereits 2007 einige neue Konzepte erfolgreich erprobt, die im „Mammutjahr 2008“, wenn die Fußball-Europameisterschaft und das Happening auf der Insel beinahe gleichzeitig über die Bühnen gehen, Probleme verhindern sollen. Bei der Planung für das Jubiläumsfest rauchen seit langem die Köpfe: „Für 2008 hat es bereits im April, Mai 2007 begonnen. Wir wissen, dass mehr Aufgaben auf uns zu kommen und die wurden berücksichtigt. Unser Konzept haben wir bereits ausprobiert. Können wir die erforderliche Mannschaftsstärke mit der nötigen Ausbildung aufstellen, die nötig ist? Können wir den Level auch halten? Das betrifft die Wasserrettung, aber auch Löscheinsätze, die wir vom Boot aus machen können. Das ist Löschwasserförderung für Kräfte, die auf dem Landweg kommen, das ist die Rettung von Menschen.“
„Es ist eine einzigartige Veranstaltung und die hat ein ganz einzigartiges Flair“, schwärmt Insel-Kenner Eigl von der größten Party Europas, „wir sind meistens in der Früh vor Ort. Man kann sich das wie eine Zeitraffer-Kamera vorstellen, wie sich die Insel in diesen Stunden von totaler Stille bis zur Publikumsspitze verändert, und wenn es in der Nacht wieder abebbt. Das ist schon ein einzigartiges Erlebnis.“ Deshalb ist und bleibt der 49jährige ein Donauinselfest-Fan, komme, was wolle: „Es ist nicht nur ein Job, ich bin gerne und stolz dabei, und identifiziere mich mit dieser Sache. Wir schauen im Vorfeld, dass man keine Kollegen zwangsbeglücken muss, sondern dass es die Mitarbeiter gerne machen.“
Die Insel, die Donau, die Sonne und die Wienerinnen. Feuerwehrmann müsste man sein, solange kein Einsatz kommt. Strasser zum Wohlfühl-Dienst: „Das klingt lauschig, aber wir haben ständig im Hinterkopf, dass wir innerhalb von Sekunden im Boot sein müssen und es um Menschenleben geht. So dramatisch das klingt, so real ist es. Es stimmt, dass wir viel Wasser dort haben, als Transportfläche, als Möglichkeit, Löschwasser zu fördern. Das allein bringt uns aber nicht zur Brandstelle. So lustig wir auch sind, so angenehm wir uns es machen – jeder weiß, wozu wir dort sind, das rutscht nicht in den Hintergrund. Wenn der Alarm losgeht, dauert es nur Sekunden bis zum Einsatz. Es gibt ein gutes Foto, auf dem alle gemütlich an einem Tisch sitzen, nur einer hat einen Feldstecher vor den Augen. Das hat einen guten Grund. Der Kollege hat es bestimmt nicht unbequem, aber er hat die Situation jede Sekunde lang im Blick!“ Ist der Stützpunkt in der Nähe einer populären Bühne, dann gibt’s auch für die Feuerwehr etwas zu sehen und zu hören. Ist man mitten auf der grünen Wiese stationiert, rückt das bunte Treiben in weite Ferne. „Man muss dazu sagen, dass besonders wir, als Feuerwehr, örtlich gebunden sind. Man bekommt vom Fest selbst nicht all zu viel mit, außer, was unmittelbar beim Stützpunkt stattfindet. Man ist nicht mobil, wir können nicht einfach irgendwohin gehen“, erklärt Högen.
Business as usual – so lief auch das 24. Donauinselfest am Beginn. Peter Eigl schildert selbst, wie dramatisch sich dann der Tag vor dem Festival gestaltete: „Dann kam der Donnerstag… Er hat gut angefangen, wir haben unsere Stützpunkte aufgebaut und waren so gut wie fertig, und haben uns für den Heimweg bereit gemacht. Dann kam der Wind. Unmittelbar vor der Reichsbrücke waren sämtliche Verkehrswege blockiert und sehr, sehr viele Menschen wollten die Insel verlassen. Auf einem Treppelweg lag ein umgestürzter Baum, ein Gerüst mit verwehten Pagodenzelten hat den bei der Neuen Donau verstellt und es blockierten umgestürzte Container den mittleren Fahrweg. Ich musste mich auf den Weg in unsere Zentrale machen, weil dort gleichzeitig der Baukran umgestürzt ist. Aber ich konnte nicht von der Insel weg! Mit Hilfe von Passanten und einem Gabelstapler gelang es dann, die Fahrbahnen frei zu bekommen, über unsere Nachrichtenzentrale bekam ich ein Fahrzeug zugeteilt. Daraufhin sind wir die Insel von der Reichsbrücke bis hinauf abgefahren und haben alles getan, was nötig war, um die Wege frei zu machen. Dann haben wir bei den Bühnen geholfen.“ Es waren Naturgewalten am Werk, die selbst Eigl nicht ungerührt ließen. Aber alle zogen an einem Strang: „Die Menschen waren selbst interessiert, von der Insel weg zu kommen. Die Menschen waren vom Sturm schockiert, weil sie so was zum Teil noch nie erlebt hatten. Die helfen dann alle mit. Es war kurz, aber umso heftiger. Wir hatten noch bis am Samstag zu tun, um die Schäden in ganz Wien zu beseitigen. Es gab insgesamt mehr als 1000 Einsätze.“ Wäre dieser Sturm nur 24 Stunden später über Wien hereingebrochen – die Folgen katastrophal gewesen. „Einen Tag später, und das schaut anders aus. Da wäre mehr passiert. Kurz bevor ich in die Zentrale gefahren bin, hatten wir noch eine Besprechung bei der Organisationszentrale. Ich muss sagen: Hut ab, da war eine Aufbruchstimmung nach dem Motto ,Jetzt erst recht!’“, freut sich der Oberbrandmeister über den Gemeinschaftssinn der Wiener, „Hut ab, es hat jeder mit angepackt. Auch wenn du irgendwelche Passanten rekrutiert hast. ,Gemma, kommt’s her, packt’s an’ – es war eine ganz eigene Stimmung, ein richtiges Miteinander. So, wie die Insel eigentlich ist.“
Gleichzeitig erreichen die Männer auf der Insel Schreckensmeldungen aus dem eigenen Hauptquartier, der Feuerwehrzentrale Am Hof: Ein riesiger Baukran, der die Dächer Wiens weit überragt, war auf das Dach der Zentrale gestürzt! Die Retter hatten Glück. „Es war die erhöhte Bereitschaft ausgerufen, und es waren alle Kräfte draußen im Einsatz. Da ist der Baukran umgefallen, was eigentlich unvorstellbar ist! Unsere Zentrale war zum Zeitpunkt des Unglücks leer, deshalb ist nichts passiert. Das ist ein Euromillionenlotto-Sechser mit Sechsfachjackpot! Es war der Best Case im Worst Case-Fall! Die Aufräumarbeiten haben dann bis ein Uhr nachts gedauert.“
Der Schrecken sitzt tief, die Schäden sind nicht dramatisch – einem reibungslosen Donauinselfest schien jetzt nichts mehr im Wege zu stehen. Am nächsten Tag sind Eigl und seine Männer wieder auf der Insel. „Wir hatten sofort zusätzliche Gruppen im Einsatz, um die Sturmschäden zu beseitigen.“, erinnert er sich. Gleichzeitig zogen wieder dunkle Wolken am Horizont auf: „Wir wussten, dass wieder etwas auf uns zukommt. Wir bekamen permanent Wetterprognosen, die sich leider immer negativer entwickelt haben. Ich muss dazu aber sagen, dass die Warnstufe ,Violett’ nicht eingetreten ist, da der starke Wind nicht gekommen ist. Es war ,nur’ der Regen. Wir bekamen ständig Meldungen aus Penzing, wie sich das an uns herangetastet hat. Wir haben unser zusätzliches Personal wieder reduziert, denn kurzfristig waren vier zusätzliche Löschfahrzeuge auf der Insel positioniert, das sind 24 Mann mehr. Am Ende war es kein Sturm, sondern nur ein Starkregen, aber auch der hat uns genug Arbeit beschert.“ Dennoch: „Es war am Freitag vor der Absage. Die Wetterprognosen wurden leider immer schlechter, und wir bekamen von drei Wetterdiensten unterschiedliche Vorhersagen.“ Für die Zukunft hat Eigl einiges gelernt. So ist die mobile Kommunikation meist ein Segen, sie kann aber zum Problem werden. „Am Samstag Abend, beim Konzert von Fendrich, war es nicht mehr möglich, mit dem Handy zu telefonieren weil das Netz zusammengebrochen ist. Der Supergau wäre, wenn etwas passiert und jeder mit dem Handy um Hilfe schreit und keiner kommt durch!“, analysiert er.
Der Hauptteil des Inselfests ging dann problemlos über die Bühne. Bereits am Samstag feierten mehr als 200.000 Fans Rainhard Fendrich auf der Hauptbühne, Zehntausende bevölkerten den Rest des mehr als sechs Kilometer langen Festival-Areals. Für die Männer der Feuerwehr blieb es ein ruhiges Wochenende. „Wir hatten genügend kleine Einsätze, das ist aber das Tagesgeschäft“, resümiert Peter Eigl, „es gab leider Wassereinsätze. Manche Besucher glauben, wenn sie übererfrischt sind, dass sie der Rettungsschwimmer sind. Und dann brauchen sie selbst die Rettung. Einen konnten wir unmittelbar beim Untergehen noch rausfischen.“ Der Erfolg ist hart erarbeitet. Bereits im Vorfeld der Großveranstaltung zerbrechen sich Johannes Högen und Johann Strasser ihre Köpfe. Und sie bringen so mach neues Gerät in den Insel-Alltag ein. Besonders Strasser genießt seinen DIF-Dienst: „Für mich persönlich ist es angenehm, weil das Fest eine Herausforderung ist. Es ist etwas anderes, als im restlichen Jahr. Zudem können wir umsetzen, worüber wir uns längere Zeit den Kopf zerbrochen haben. Wir waren bei den Einsätzen wirklich so schnell vor Ort wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit dem Jet-Ski sind wir viel schneller, als wir dachten! Wir werden über das Alarmierungssystem verständigt und dann geht es ganz schnell. Wir sind immer fertig, können so wie wir angezogen sind sofort in den Tauchanzug rein, und sind in ein paar Minuten vor Ort. Wir waren schon schnell! Das ist aber auf keinen Fall unser dienstlicher Alltag!“
Beim Kulturreigen auf der Insel sind alle Abteilungen der Wiener Berufsfeuerwehr im Einsatz und stehen für den Notfall bereit. „Es ist keine Leistungsschau, aber es ist alles vor Ort, was die Feuerwehr zu bieten hat. Ich glaube, dass viele gar nicht mitbekommen, was alles im Einsatz ist!“, ist Oberfeuerwehrmann Strasser überzeugt. Ebenso, dass viele den Ernst beim Baywatch-Flair nicht erkennen: „Das mit den Jet-Ski sieht vielleicht lustig aus, das hat einen ernsten Hintergrund. Es ist Notwenigkeit, denn es kann jede Sekunde ernst werden. Ich habe nicht gedacht, dass der Jet-Ski so nützlich ist, und erst beim Training haben wir bemerkt, wie wunderbar das alles funktioniert. Hinfahren, am Leiberl nehmen, und rauf – das funktioniert in nur einer halben Minute.“ Allerdings ist der Einsatz des Sportgeräts, das viele nur aus dem Urlaub kennen, nur in ganz wenigen Fällen angebracht. „Der Jet-Ski macht nur bei so einem Einsatz Sinn, wo die Kräfte direkt am Wasser stationiert sind. Im Normalfall decken wir ganz Wien mit den Taucherfahrzeugen und mit Schwimmern ab, denn es würde zu lange dauern, erst ein Boot zu Wasser zu lassen“, erklärt Planer Högen. Und er verrät, dass 2007 erstmals der Wasserweg zum Transport von Verletzten genutzt wurde. Um die Rettungseinsätze zu koordinieren, gibt es seit diesem Jahr auch einen Koordinatenplan im 50x50 Meter Raster. Die Einsatzziele können so noch schneller und präziser erreicht werden.
Aber nicht für jeden Fall kann man perfekt gerüstet sein. „Außergewöhnlich war, dass ein Fallschirmspringer im Wasser gelandet ist! Das hat uns ein Bissl am linken Fuß erwischt“, lächelt Brandrat Högen und erzählt amüsiert eine G’schicht, wie sie nur das Leben auf der Insel schreiben kann: „Im Rahmen der Red Bull Flugshow hatten wir die meisten Einsatzkräfte auf der Seite der Donau zusammen gezogen. Für den Fall, dass ein Flugzeug abstürzt. Dann war die Show zu Ende und zum Abschluss sprangen die zwei Fallschirmspringer ab. Unsere Feuerwehrkräfte waren da mit dem Auto bereits wieder auf dem Rückweg zum Stützpunkt. Ich war zu Fuß unterwegs und natürlich schneller. Und ich schau’ so dem Fallschirmspringer zu, und den einen treibt es immer mehr ab und immer mehr ab, und er landet mitten in der Neuen Donau. Ich dachte: Da rennst schnell hinunter und fährst mit der Zille raus. Als ich in meinen Hosensack greife merke ich, dass ich den Zündschlüssel gar nicht mehr habe. Der war im Taucherfahrzeug und das steckte im Stau. Am Ufer stand die Wasserrettung, die ich alarmiert hatte. Die konnten aber nicht wegfahren, weil ihnen kurz zuvor eine Angelschnur in die Schraube geraten war. Einer hatte die gerade abmontierte Schraube sogar noch in der Hand! Und da hab’ ich schon begonnen, mich auszuziehen… Dann waren dort zwei Mann von der Wasserrettung in Taucheranzügen und mit Flossen, die haben ihn raus geholt. So kann es manchmal gehen… Gut, dass es gut ausgegangen ist!“
Die „Happy Ends“ haben es den Feuerwehrmännern besonders angetan. „Wir haben einmal ein Kind gesucht, das im Wasser vermutet wurde. Wir haben es dann nicht im Wasser gefunden – ein schönes Erlebnis“, erinnert sich Peter Eigl, und unterstreicht den Wert von gelungenen Einsätzen für die Moral der gesamten Truppe: „Natürlich bringt das etwas, es rechtfertigt unsere Anwesenheit! Wir haben ein neues Konzept ausprobiert, dessen Umsetzung für 2008, dem Jahr mit der Euro und dem 25. Inselfest geplant ist. Es werden noch mehr Menschen da sein. Wir haben Donnerstag und Montag ein Spiel in Wien, und es werden vermutlich viele Menschen mit dem Zug aus den Bundesländern anreisen. Das Szenario haben wir in einer Art Generalprobe geübt. Mit mehr Wasserfahrzeugen, mit mehr Tauchern. Es war gut, dass wir es ausprobieren konnten und es war eine Bestätigung unseres Konzepts.“
Der Einsatz der Wasserrettung im Rahmen des Inselfests und die damit verbundene Möglichkeit zur Erprobung neuer Geräte, Materialien und Konzepte haben langfristige Auswirkungen. In den kommenden Jahren werden die Aufgaben der Feuerwehr an Wiens Wasserwegen weiter wachsen. In die Planungen und Langzeitüberlegungen ist Johannes Högen eingebunden. „Veranstaltungen am Donaukanal, im Hermannpark, und am Badeschiff nahmen zu, jetzt sind Hotels geplant. Die Schiffsreisen haben in den vergangenen Jahren sehr stark zugenommen haben, und wir haben beim Handelskai am Abend bis zu 15, 20 große Boote mit jeweils 150 Gästen an Bord stehen. Das sind schwimmende Hotels, wo es keine Fluchtwege wie in einem herkömmlichen Hotel gibt, das darf man nicht unterschätzen“, skizziert er die Aufgaben der Zukunft. Aber nicht nur der Tourismus in Wien boomt, auch die Donau als Transportweg gewinnt an Bedeutung. „Was massiv zunimmt ist der Transport auf der Donau. Wenn mit einem Schubverband die Ladung von 150, 200 Sattelschleppern transportiert wird, gibt es Gefahrenpotentiale durch Schadstoffe“, erklärt Högen, „von der Staustufe Wien wird alles aufgehalten, das macht es nicht einfacher. In punkto Brandeinsätzen, in Bezug auf Schafstoff- und Gefahrenguteinsätze sind wir dabei, massiv aufzurüsten!“
Alles ist gut gegangen, nichts ist passiert. Auch bei der Feuerwehr freut man sich, wenn diese Bilanz gezogen werden kann. „Es ist schön wenn wir am Abend, eigentlich erst in der Früh, zusammenpacken und es gab nur einen Einsatz und es ist nichts Gröberes passiert“, strahlt Strasser und zieht seine Bilanz für 2007: „Wir hatten einige Erste Hilfe-Einsätze, haben Personen rausgeholt, die untergegangen sind. Dass niemand zu Schaden gekommen ist, empfinde ich das als sehr angenehm. Das ist in meinen Augen ein Erfolg!“
Zudem ist „Donauinselfest-Papa“ Harry Kopietz seit Jahrzehnten selbst Wiener Berufsfeuerwehrmann und springt – wenn Not am Mann ist – garantiert ein. „Es ist von Vorteil, weil Harry selbst weiß, was ein Einsatz bedeutet, welche Ressourcen da sind und Möglichkeiten wir haben. Wir sind es gewohnt, dass unser Job dort anfängt, wo jeder andere aufhört. Für uns gibt es kein ,Na, des geht net’ – es muss gehen! Und das weiß Harry. Wenn wirklich Not am Mann ist genügt sein Anruf und wir erledigen das“, bekräftigt Eigl und weiß: „Und wenn er selbst gebraucht wird, zieht er seine eigene Uniform an, die hängt bei ihm zu Hause im Schrank!"